07.06.15 – Hailuoto – Rovaniemi
Die ganze Nacht hat es geregnet und wie... Unser Schlaf wurde mehrere Male unterbrochen, so stark hat es gegen unseren Camper geplätschert. Wir hatten sogar ein bisschen Bedenken, ob wir bei dieser Nässe mit unserem schweren Mobil aus dem Sand wieder wegkommen. Wir kamen zum Glück ohne Probleme wieder zurück auf die Strasse und nahmen den Weg in Richtung Norden unter die Räder. Zuerst wieder auf die Fähre zurück auf’s Festland. Geplant hatten wir die Fahrt bis Kemi, aber an der Adresse, wo ein Campingplatz hätte sein sollen, fanden wir nichts... Also weiter. Am Ende des Tages trafen wir bereits in Rovaniemi ein und konnten unseren Camper an einem schönen Stellplatz mit super Sicht auf den Fluss Kemijoki platzieren. Die Kids amüsierten sich mit Dartspielen – jeder 2. Pfeil fand doch den Weg in Richtung Scheibe und jeder 4. traf diese sogar – Wir Grossen machten uns nach 2 Tagen „wild“ campieren ab unter die Dusche, tat dies gut...
08.06.15 – Arctic Center / Santa Claus Village und Fahrt nach Korvala
Früh morgens erwachten wir bei wunderschönem Wetter. Da das Artic-Center sowie das Santa Claus Village ohne Motorisierung zu weit von unserem Camping entfernt waren, beschlossen wir die Zelte abzubrechen und diese Sehenswürdigkeiten auf der Fahrt weiter in Richtung Norden zu besichtigen.
Das Artic Center war nicht nur für uns Erwachsene sehr interessant. Auch die Kleinen konnten sich an den interaktiven Ausstellungsobjekten amüsieren. Das Museum erklärte auf einfache Art und Weise, wie die Natur in der Arktis funktioniert. Auch wurden die Zusammenhänge des menschlichen Einflusses auf eindrückliche Art und Weise aufgezeigt, beeindruckend und aufrüttelnd... Wir sollten besser auf unsere Natur Acht geben!
Danach machten wir einen Sprung von der Realität in eine surreale Welt. Wir besuchten den Nikolaus. Der Kitsch hielt sich in Grenzen und die Kinder hatten ihren Spass, mitten im Sommer mit Weihnachten konfrontiert zu werden. Sie durften sich sogar mit den Eltern zusammen beim Nikolaus hinsetzen. Und wie Gianluca und Alessia staunten, als dieser sogar auf Deutsch mit ihnen sprach...
Wir liessen uns vom weihnächtlichen Einkaufsrausch anstecken und deckten uns mit ein paar lappländischen Souvenirs ein. Gianluca erhielt sein erstes Schnitzmesser (Michel aus Lönneberga ist sein Vorbild; allabendlich hat Katja ihnen die Streiche vorgelesen) und Alessia hat sich ein feines Kuschelkissen ausgesucht. Damit wir auch etwas von der nächtlichen Sonne von der Reise mitnehmen konnten, entschieden wir uns, noch 50 km nordwärts zu finden. In Korvola fanden wir einen gemütlichen Campingplatz am See – fast alleine! 2 Berner Camper-Paare leisteten uns Gesellschaft uns am abendlichen Feuer noch Gesellschaft. Wir haben spannende Geschichten gehört.
09.06.15 – Korvala / Fischen, Relaxen, Saunieren und Wanderung zur Mitternachtssonne
Der Tag hat mit Sonnenschein begonnen. Marco hat sich auf die Socken gemacht und eine spannende Joggingrunde entdeckt. Gleich zweimal musste diese gemacht werden, damit man auch ins Schwitzen kam. Auf diesem Weg haben wir auch unseren Platz mit Seeli für die Mitternachtssonne gefunden. Nach dem Frühstück musste es wieder Angeln auf dem See sein. Ob wohl die nördlichen Fische unseren unzähligen Ködern widerstehen können? Ihr glaubt es kaum – sie konnten! Wieder nur Funkstille in der Unterwasserwelt. Am Nachmittag nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf (2 Std!) besuchten wir mit den Kindern den Mitternachtssee – wie wir ihn getauft haben – (Matjaudtukolajoki oder so können wir nicht aussprechen). Und endlich war es 19.00 h. Die Kinder haben sich so auf die Sauna gefreut! Tatsächlich schafften wir es, 2 Saunagänge durchzuziehen! Dank sei dem See! Die Abkühlung im See war für alle ein grosses Highlight. Nach der Cervelat und auch endlich dem ersten Raclette mit finnischem Gummikäse auf dem offenen Feuer gings dann in die Höhe zum Seeli. Da es kalt war (wenn wunderts?) musste Marco wieder einfeuern! Leider war uns ein wunderschöner Sonnenuntergang verwehrt, da die tiefen Wolken nicht weichen wollten. Also, ab nach Hause und es wurde doch 0.15 h, bis die Kinder im Gruschi waren.
10.06.15 – Fahrt nach Schweden (9. Land)
Schon um 8.00 sind wir wieder aufgestanden, denn wir wollten weiterfahren! Schweden ruft. Die Kinder und auch ich merkten, dass die übliche Schlafzeit unterschritten wurde. Die Nerven lagen bei uns wohl etwas blank. Auf einem Berg mit Aussichtsturm auf 222 m über Meer, wo die beste Mitternachtssonne Finnlands zu bestaunen sein soll, machten wir Mittagspause. Die Sonne war da, doch leider war es 12.00 über Mittag statt nachts. Wir hätten uns wohl besser informieren sollen!
Und dann – Schweden! Wir sahen einen Hasen, einen Fuchs und fünf Rentiere – ah, da sind die Tiere zu Hause, die wir in Finnland vermisst haben.
Um 17.00 h landeten wir wieder am Meer – endlich mal Wasser (hihi). Und ich muss sagen: Wieder traumhaft! Schnell gefeuert (Marco), Schnitzmesser raus (Gianluca), Sandklamotten an (Alessia), Routenplanung für die nächsten (Juhee) noch 3 Wochen (Katja) und alle waren wieder zufrieden. Was uns wohl morgen erwartet?
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Götti Renato (Samstag, 13 Juni 2015)
Lieber Gianluca, Liebe Alessia
Liebe Katja, lieber Marco
Ganz herzlichen Dank für die schöne Karte vom Sankt Nikolaus und das Familienfoto. Jetzt wisst ihr, wo der Sami Nigi Nägi zu Hause ist: nämlich weit weg von zu Hause! Das heisst, Gianluca und Alessia können daheim noch viele Streiche spielen; bis der Samichlaus kommt, habt ihr ihr euch schon lange versteckt. Einfach vor dem 6. Dezember müsst ihr aufpassen; da ist er in der Nähe und könnte euch auf die Schliche kommen.
Mit dem Schnitzelmesser kannst du Gianluca einen tollen Wanderstock schnitzen. Ich denke aber, das Messer taugt auch zum Würste anschneiden, die dann der Papi am Abend auf dem Grill zubereitet.
Passt auf euch auf und geniesst das Leben als Weltenbummler weiterhin. Wer eine Reise tut, kann etwas erzählen!
Liebe Grüsse von uns allen
Götti Renato, Beatrice, Raffaele, Emilia