Auf der Pirsch nach Elchen...

14.06.2015 – Pirschfahrt über Umea

Die Nacht in Ratan war sehr kalt. Zum Glück scheint die Sonne jeweils sehr früh an unseren Caravan und wärmte das Innere durch die Fenster ein bisschen auf. Nach einem feinen Frühstück, einer kurzen Routenplanung und dem Entscheid eher durch’s Landesinnere zu fahren (wir wollten endlich Tiere sehen) machten wir uns auf, noch kurz die benachbarte Insel zu besuchen. Wir lasen, dass man am alten Hafen ein Boot mieten und mit diesem die paar Meter zur Insel übersetzen kann. Nur war am Hafen niemand auffindbar. Eine Passantin fragten wir, wie die Vermietung funktioniere. Sie verwies uns auf ein Restaurant und meinte, wir seien noch zu früh in der Saison... Ja, das Restaurant war ebenfalls geschlossen. Alternativprogramm: wir kraxelten auf dem Festland auf einen kleinen Hügel mit einem Leuchtturm. Von diesem aus hatten wir einen schönen Ausblick über den alten Hafen. Um 1800 hatte dieser seine Blütezeit und wurde Nordlands-Hafen genannt. Heute dient er „nur“ noch als Anlegestelle für Freizeitboote. Die alten Wasserstandsmarkierungen zeigten aber auch, dass um 1749 der Meerespiegel in dieser Bucht ca. 3-4 Meter höher war – Das Warum fanden wir aber nicht heraus... Nach dieser kleinen Wanderung gingen wir auf die Pirsch...

Auf Nebenstrassen in Richtung Umea waren keine Tiere weit und breit zu sehen... Also machten wir uns auf die Suche nach einem gemütlichen Mittagsrastplatz. Am Hafen von Norrfärden – direkt bei der Fähre, die nach Holmön übersetzt, fand Marco, dass es gemütlich ist und stellte den Camper mitten auf den Platz ab. Ein toller Ausblick auf das Meer soll unser Mittagsbegleiter sein... Katja fand, dass unser Camper doch ziemlich im Weg stehe und war nicht sonderlich zufrieden. Tatsächlich kam ein Hafenangestellter, schaute mit ernster Miene in unseren Camper, sagte aber nicht. Er setzte sich in sein Fahrzeug, legte den Rückwärtsgang ein und fuhr direkt auf unser Wohnmobil los. Dies war Zeichen genug, dass wir im Weg standen. Also umparkieren, ein paar Meter daneben war die Aussicht nicht viel schlechter.

Nach dem Mittagessen, mit feinem, schwedischen Käse fuhren wir nach Umea.

 

Umea ist die Hauptstadt der Provinz Västerbotten und die am dichtesten besiedelte Stadt Nordschwedens mit 80'000 Einwohnern. Die 36'000 Universtätsstundenten bringen Leben in die Stadt am Umeälven und drücken das Durchschnittsalter der Einwohner auf 38 Jahre. 2014 war Umea gemeinsam mit Riga Kulturhauptstadt Europas.

 

Wir suchten uns einen Parkplatz in der Nähe des Centrums und packten die Trottis aus, um die Stadt ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Breite Strassen, schöne Holzhäuser, Parks und viele, ja tausende Birken verleihen der Stadt ein sehr schönes Bild. Das Zentrum besteht aus einer sehr grossen Fussgängerzone mit Hunderten von Geschäften und Restaurants. Nur, es war Sonntag und fast alle Geschäfte waren geschlossen. Mit dem Trotti fuhren wir bis ans Ende der Fussgängerzone, machten Halt in einer feinen Konditorei und gönnten uns einen feinen Mokkakaffe bzw. eine feine warme Schokolade, mmmhhh tat das gut.

So, jetzt wollen wir endlich Tiere (Elche) sehen. Im späten Nachmittag fuhren wir gegen das Landesinnere. An einem See irgendwo in der  Pampa gab es das Nachtessen. Mit dem Weiterfahren warteten wir, bis die Dämmerung einsetzte. Nur, hier im Norden gibt’s in dieser Jahreszeit keine Dämmerung – wann ist also die beste Zeit, um Tiere anzutreffen? Keine Ahnung!! Um 19 Uhr fuhren wir los und packten die „kleinsten“ Strassen auf der Karte.  Die Strassen waren eng, sehr eng und bei uns würden diese höchstens unter die Kategorie Forststrassen  fallen. Mir war es nicht immer wohl mit unserem riesigen Camper. Tatsächlich gerieten wir in eine Sackgasse, zum Glück konnten wir problemlos wenden. Katja und den Kids gefiel die Abenteuerfahrt durch die schwedischen Wälder. Mein Puls war allerdings ständig über 100 – und nicht wegen den Elchen...

Auf der Fahrt von Umea bis Örnsdoldsvik über Stock und Stein vorbei an idyllischen Seen und malerischen Siedlungen, durch mystische Wälder, wo sind die Elche...? Bis auf 2 Wildgänse und ein paar Biberspuren erhaschte die Linse unseres Fotoapparates nichts, aber auch gar nichts – nicht mal Mücken...  Nach einer langen Fahrt fanden wir in Gullvik einen schönen Campingplatz direkt am Meer. Nach einer kurzen Geschichte (Katja las ein Kapitel aus dem Buch „Ronja, die Räubertochter" vor) war es dann sehr schnell ruhig im Camper...

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Höga Kusten

Das Küstengebiet Höga Kusten (Hohe Küste) in der schwedischen Provinz Västernorrlands län zwischen Härnösand und Örnsköldsvik wurde im Jahr 2000 zum Weltnaturerbe erklärt. Die Region ist namensgebend für die Högakustenbrücke, eine Hängebrücke über den Fluss Ångermanälven.


Entstehung

Während der letzten Eiszeit war ganz Skandinavien von Eis bedeckt. Die Eismassen waren etwa 3 km dick und drückten durch ihr Gewicht das Land nieder. Nach dem Abschmelzen der Eismassen begann das Land sich zu heben. Mit 285 m hat das Gebiet Höga Kusten die höchste isostatische Bodenhebung der Welt seit der letzten Eiszeit zu verzeichnen. Gleichzeitig beträgt der Abstand zwischen der höchsten Küstenlinie und der heutigen Küstenlinie aufgrund der topographischen Beschaffenheit nur etwa 3 km. Auf diesen 3 km kann das Vorrücken der Küstenlinie, der Vegetation und auch die Nutzung des Landes durch Menschen in den letzten 7000 Jahren studiert werden. Heute hat sich die isostatische Bodenhebung verlangsamt und beträgt in diesem Bereich etwa 8 mm pro Jahr.


Weltnaturerbe

Zum Weltnaturerbe gehört auch das marine Gebiet vor der Küstenlinie (etwa 56 % der Fläche), da sich die geologischen Phänomene ins Meer hinaus fortsetzen. Strandsäume tauchen auf, neue Inseln werden geboren, Inseln werden zu Halbinseln. Aber auch die biologischen Verhältnisse im Meer sind durch die Bodenhebung geprägt. Die Ostsee ist ein Brackwassermeer mit marinen Relikten aus der Zeit, als sie noch direkt mit dem Atlantik verbunden war. Die Topographie der Höga Kusten führt dazu, dass es innerhalb eines begrenzten Gebietes verschiedene Typen von Meeresökosystemen gibt. Im Sommer des Jahres 2006 wurden Teile der Kvarken-Region, die hauptsächlich in Finnland liegt, in das Weltnaturerbe aufgenommen. Die seitdem länderübergreifende Welterbestätte heißt Höga Kusten/Kvarken.

Im Gebiet des Weltnaturerbes Höga Kusten befindet sich der Nationalpark Skuleskogen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Eini va de Tamis... (Montag, 15 Juni 2015 14:38)

    Fliissig, flissig miis Mannji - ich bi happy, das das Tagebüoch so vielne gfallt

  • #2

    Tamis zum 2. (Montag, 15 Juni 2015 14:52)

    Danke allne ver die liebu Kommentär, katja

  • #3

    Frank und Corinne (Dienstag, 16 Juni 2015 11:11)

    Hallo zämu.

    Immer wieder spannund ewi Biiträg und Fotos uber ewi Reise z'läsu und z'bistüünu. Wier wiische ew witerhin schööni und erläbnisriichi Ferie, Petri Heil und vill Erfolg uf ewe negschtu Pirschgäng.

    Grüessji Frank und Corinne

  • #4

    Judith (Mittwoch, 17 Juni 2015 08:43)

    Hallo ihr Lieben
    Wunderschöne Fotos, tolle Reiseberichte - ihr seht alle entspannt und locker aus. Freue mich immer über eure tollen Berichte und die sensationellen Fotos.
    Geniesst eure Reise weiterhin. En liebe Gruess - Judith :-)